1000 – jährige Zeitgeschichte

Keine der vielen alten, kleinen Ortschaften rings um Amberg, die inzwischen mit der Stadt zusammen gewachsen sind, hat eine so wechselvolle Vergangenheit wie Drahthammer.

Möglicherweise befand sich beim jetzigen Drahthammer schon vor über 1000 Jahren der allgemeine Versammlungsplatz und Tagungsstätte der Gerichtsschöffen für einen größeren Distrikt.

„Novum molendinum“ oder Drahtmühle

Im Urbar Herzog Ludwigs des Strengen, das um 1280 zusammengetragen wurde, ist erstmals „novum molendinum“ oder die Neumühle unterhalb Ambergs erwähnt. Sicher ist diese Mühle älter, sie kann sogar zu jenen Mühlen zählen, die als „molas molendinas“ 1034 mit Amberg von Kaiser Konrad II., dem Bischof von Bamberg, geschenkt wurden. Diese neue Mühle war früh Besitz Amberger Bürger, kam deshalb 1358 zum Burggeding der Stadt und unterstand stets städtischer Gerichtsbarkeit.

Die Stauanlage der Mühle war für die Amberger Schifffahrt, die schon 1034 erwähnt wird, von großer Bedeutung. Erst sie ermöglichte den Einsatz größerer Zillen ab Amberg. Der Müller war nämlich verpflichtet, den Fluss einen Tag vor der Abfahrt aufzustauen, und bei der Rückkehr der Schiffe musste er nach deren Durchfahrt Fall und Wehr schließen, bis die Schiffe in Amberg angelegt hatten.

 

Zainhammer und Drahtmühle

1413 wird erstmals ein Drahtzieher im Kopialbuch der Stadt Amberg genannt. Doch erst ab 1475 sind für 80 Jahre ausschließlich „Draht- meister“ auf der Neumühle tätig. Neben dem Mühlwerk arbeiteten nunmehr ein Zainhammer, der das Eisen zu langen Stangen ausklopfen musste, und eine Drahtzieherei. Außer oberpfälzischen Eisen verarbeitete man gerne „Stahl aus der Steiermark, weil dieser zäher und geschmeidiger war.

Name Drahthammer blieb

Auffallend ist der rasche Wechsel der Besitzer in dieser Zeit. Die Drahtproduktion scheint nicht besonders rentabel gewesen zu sein. 1559 erwarb die Stadt wiederum diesen Komplex. Die Drahtzieherei wurde nunmehr eingestellt, der Name Drahthammer dagegen setzte sich gegenüber Neumühle durch und blieb bis heute.

1986 wurde die Anlage mit dem ehemaligen Hammerherrenhaus von der Familie Trettenbach übernommen, vollständig restauriert und zu einem Hotel-Restaurant umgebaut.

Unseren Gästen wünschen wir in diesem Kleinod Amberger Gastlichkeit einen angenehmen Aufenthalt und guten Appetit.

Familie Michel-Trettenbach